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27. Juni 2017

Sicher durch die Gewittersaison

Teile Österreichs zählen zu den Regionen mit den meisten Blitzen in Europa. Immer wieder kommt es auch zu Unfällen, zum Teil aus Unachtsamkeit. Pro Jahr werden in Österreich durchschnittlich zehn Menschen vom Blitz getroffen, davon überleben rund zwei Drittel den Blitzschlag. Die Experten von Österreichs Blitzortungs- und forschungszentrale ALDIS geben Tipps, wie Sie sicher durch den Gewittersommer kommen und liefern einen Einblick in das immer noch nicht völlig erforschte Phänomen Blitz.

Die Hitzewelle wird in den nächsten Tagen durch teils heftige Gewitter beendet. Mit dem Juli beginnt dann überhaupt die gewitterreichste Zeit in Österreich. Zum Beispiel schlug im Juli 2016 rund 50.000 Mal in Österreich ein Blitz ein, doppelt so oft wie im Juni (rund 25.000 Einschläge) und dreimal so oft wie im August (rund 16.000 Einschläge). Die Bundesländer Steiermark und Kärnten gehören gemeinsam mit Oberitalien und Slowenien sogar zu den Regionen mit den meisten Blitzen in Europa. Durch die südliche Lage und die Nähe zur Adria bietet die Atmosphäre hier sehr oft die ideale Mischung für Gewitter: Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit.

Deutlich weniger Verletzte und Tote durch Blitzschlag als früher

Die Zahl der Toten durch Blitzschlag ist in den letzten Jahrzehnten deutlich zurückgegangen, sagt Gerhard Diendorfer, Leiters des Österreichischen Blitzortungssystems ALDIS: „In den 1960er-Jahren starben pro Jahr noch 20 bis 40 Menschen in Österreich durch Blitzschlag. Mittlerweile ist diese Zahl auf zwei bis drei Blitztote pro Jahr gesunken. Die meisten Verletzten und Toten gab es früher am freien Feld bei den in der Landwirtschaft beschäftigen Personen. In diesem Bereich sind heute nicht mehr so viele Menschen im Freien tätig beziehungsweise durch Traktoren und anderen Fahrzeugen mit Metalldach besser geschützt. Ein wichtiger Faktor ist aber auch, dass die Wettervorhersagen und -warnungen mittlerweile sehr gut geworden sind und die Bevölkerung auch viel besser über das richtige Verhalten bei Gewittern informiert ist."

Simpel aber effektiv: gut planen und rechtzeitig reagieren

Trotzdem passieren immer noch Unfälle, die relativ leicht vermeidbar wären. Blitzexperte Diendorfer sieht zwei wesentliche Dinge, um sicher durch den Blitzsommer zu kommen: „Erstens: Der beste Blitzschutz ist immer noch, erst gar nicht in ein Gewitter zu kommen. Man muss klar sagen, dass es im Freien keinen wirklich sicheren Standort gibt. Beachten Sie vor ihren Wanderungen, Radtouren, Badeausflügen immer die Wettervorhersage und planen Sie Ihre Freizeitaktivitäten so, dass Sie im Falle eines Gewitters rechtzeitig eine sichere Unterkunft erreichen. Ganz besonders heikel sind zum Beispiel Klettersteige, wo man durch die Metallsicherungen direkt am natürlichen Blitzableiter ist."

Die 30/30-Regel: Schutz gegen Blitze aus „heiterem Himmel"

Zweitens: Schon bei den allerersten Gewitteranzeichen sollte man einen sicheren Ort aufsuchen. Denn Blitzeinschläge sind auch in einiger Entfernung vom Gewitterzentrum möglich, da sich auch hier schon Atmosphäre und Umgebung elektrische aufladen. „Die meisten Unfälle ereignen sich am Anfang und am Ende von Gewittern, wenn man glaubt ´das geht schon noch´ oder ´ist eh schon vorbei´, weil es zum Beispiel noch nicht oder nicht mehr regnet", sagt ALDIS-Experte Gerhard Diendorfer. „Eine grobe Faustregel ist die 30/30-Regel: Wenn zwischen Blitz und Donner weniger als 30 Sekunden liegen, ist das Gewitter nur noch zehn Kilometer entfernt und man sollte schnell Schutz suchen. Diesen sicheren Ort sollte man erst 30 Minuten nach dem letzten Blitz wieder verlassen."

Tipps für den Notfall

Wird man trotz aller Vorsicht doch von einem Gewitter überrascht, sollte man wissen, wie man in der jeweiligen Situationen schnell und richtig reagiert:

  • Ein Gebäude ist in der Nähe

Am sichersten sind Sie natürlich in einem Haus mit Blitzableiter. Aber selbst in einem Haus oder einer Hütte ohne Blitzschutz, sind Sie sicherer als im Freien. Am besten hält man sich dann in der Mitte des Raumes auf.

  • Mein Auto ist in der Nähe

Setzen Sie sich ins Auto. Selbst wenn der Blitz einschlägt, sind Sie hier sicher, da der Strom außen am Auto über die Metallkarosserie in die Erde abfließt. Erwischt Sie ein Gewitter beim Campen, sind Sie im Auto viel sicherer als im Zelt.

  • Ich bin in der Nähe eines Waldes

Ist der einzige Schutz in der Nähe ein Wald, dann gehen Sie in den Wald hinein. Am Waldrand ist die Gefahr von Blitzen und bei Gewitterböen umstürzende Bäume größer als im Inneren des Waldes.

  • Ich bin in der Nähe eines einzelnen Baumes oder einer Baumgruppe

Hocken Sie sich ungefähr zehn Meter vom Baum entfernt am Boden. Direkt beim Baum kann der Blitz bei einem Einschlag in diesen Baum auf Sie überspringen und Sie können durch das splitternde Holz verletzt werden. Von Metallmasten sollten Sie einen Abstand von ca. drei Metern halten.

  • Ich bin auf einem großen Feld oder einer großen Wiese

Hocken Sie sich in eine Geländemulde und machen Sie sich so klein wie möglich. Der Blitz schlägt bevorzugt in die höchsten Bereiche des Geländes ein. Lassen Sie die Füße geschlossen, damit im Falle eines Einschlags in der Umgebung keine Schrittspannung zwischen ihre Füßen entsteht.

  • Ich bin im Wasser oder am Wasser

Verlassen Sie sofort das Wasser und suchen Sie einen sicheren Ort am Ufer. Wasser leitet Strom und selbst ein Einschlag in einiger Entfernung kann gefährlich sein. Selbst eine kurze Bewusstlosigkeit kann zum Tod durch Ertrinken führen. Boote, besonders Segelboote, bilden oft den höchsten Punkt der Umgebung und sind daher besonders blitzgefährdet. Die Gefährdung auf einem Boot hängt wesentlich von der Bauart und Material des Bootes (Holz, Kunststoff, Metall, etc.) ab und davon, ob der Mast einen Blitzschutz hat (im einfachsten Fall ein an den Mast angeklemmtes Kupferseil, das ins Wasser hängt).

Irrglauben über Buchen, Eichen, Handys und Halsketten

Auf keinen Fall soll man bei Gewittern dem Spruch „Buchen suchen und Eichen weichen" folgen, rät ALDIS-Blitzexperte Gerhard Diendorfer: „Alle Untersuchungen zeigen, dass Blitze bevorzugt die höchsten Punkte in der Landschaft treffen, egal welches Material hier ist. Eine frei stehende Buche ist bei einem Gewitter also gleich gefährdet wie eine Eiche oder jede andere Baumart."

Auch die oft verbreitete Meinung, dass Handys oder Halsketten Blitze anziehen, kann Diendorfer nicht bestätigen: „Handys und Halsketten ziehen keine Blitze an und sind für den Einschlagpunkt nicht relevant. Darum braucht man sich also nicht zu kümmern. Wichtiger ist, die Zeit zu nutzen, um schnell einen sicheren Ort zu erreichen."

Die aktuelle Blitzkarte am Smartphone: mobile.aldis.at

Für einen schnellen Überblick über die aktuelle Gewittersituation wurde ALDIS mobile entwickelt: https://mobile.aldis.at/. Hier sind die Blitze der letzten Stunden über Österreich in Echtzeit zu sehen. Ist beim Smartphone die GPS Ortung aktiviert, kann man mit einem Blick erkennen, ob ein Gewitter heranzieht.

Acht Sensoren in Österreich vermessen jeden Blitz

Die Experten von ALDIS orten seit 1992 Blitze in Österreich. Acht Sensoren reichen, um das elektromagnetische Feld jedes Blitzes im Land genau zu erfassen. Im zentralen Rechensystem werden die Daten Sekunden später automatisch ausgewertet und der Blitz auf rund 100 Meter genau lokalisiert. Die Ortungssysteme wurden in den letzten Jahren immer sensibler und komplexer. „Konnte man 1992 auf Grund der begrenzten Rechnerkapazitäten nur die Blitze zum Boden orten, erfassen wir mittlerweile alle Blitze zum Boden und viele der Entladungen, die innerhalb der Gewitterwolke und ohne Bodenkontakt stattfinden", erklärt ALDIS-Chef Diendorfer. „Das ist wichtig, da Blitz nicht gleich Blitz ist. Die überwiegende Mehrzahl der Entladungen sind sogenannte Wolke-Wolke-Blitze. Nur ein kleiner Teil aller Blitze schlägt irgendwo auf der Erde ein, aber genau diese sind für uns und unsere Häuser die gefährlichsten. Bei den Wolke-Erde-Blitzen unterscheidet man wiederum zwischen Abwärts- und Aufwärtsblitzen sowie zwischen positiven und negativen Blitzen. Jede Art hat ihre Besonderheiten, zum Beispiel was die Stromstärke betrifft."

Österreichs Blitz-Hotspots

Ein Wolke-Erde-Blitz (ein sogenannter Flash) besteht außerdem aus mehreren messbaren aber für das menschliche Auge kaum erkennbaren Teilentladungen (sogenannte Strokes). Die unterschiedlichen Blitzarten und Bezeichnungen führen gelegentlich zu Verwirrungen, was die Zahl der Blitze in Österreich betrifft. Für alle Anwendungen des Blitzschutzes ist aber international klar die sogenannten Blitzdichte definiert. Das ist die durchschnittliche Zahl der Wolke-Erde Blitzschläge (Flashes) pro Quadratkilometer und Jahr.
Wertet man die Blitzdichte für alle Bezirke Österreichs in den letzten Jahre aus, erhält man folgendes Ranking:

Die zehn Bezirke mit der höchsten Blitzdichte (Auswertung für 2010-2016)

Bezirk

Blitzeinschläge pro km 2 und Jahr

Weiz (ST)

3,03

Graz-Umgebung (ST)

2,89

Graz Stadt (ST)

2,75

Voitsberg (ST)

2,57

Hartberg-Fürstenfeld (ST)

2,47

Bruck-Mürzzuschlag (ST)

2,30

Gmunden (OÖ)

2,21

Hermagor (K)

2,21

Oberpullendorf (B)

2,20

Neunkirchen (NÖ)

2,17

->hier Download alle Bezirke (pdf)

Die fünf Bezirke mit der geringsten Blitzdichte

Bezirk

Blitze pro km 2 und Jahr

Feldkirch (V)

0,72

Bludenz (V)

0,77

Imst (T)

0,91

Dornbirn (V)

0,93

Landeck (T)

0,94

->hier Download alle Bezirke (pdf)

Pro Jahr durchschnittlich 700.000 bis 800.000 Blitzentladungen, davon rund 160.000 Einschläge am Boden

Die Zahl der Blitze in Österreich schwankt von Jahr zu Jahr stark und liegt meist zwischen 100.000 und 200.000 Blitzeinschlägen in den Boden (Flashes) pro Jahr. Rechnet man auch die Wolke-Wolke-Blitze dazu, blitzt es in Österreich pro Jahr durchschnittlich zwischen 700.000 und 800.000 Mal.

Das Jahr 2017 brachte uns bisher in Österreich (Auswertung bis 26.6.17) rund 281.000 Blitzentladungen, davon waren rund 39.000 Wolke-Erde-Blitze. Damit liegt 2017 derzeit ziemlich genau im Durchschnitt der letzten Jahre.

Ein Trend zu mehr Gewittern?

Ob Gewitter häufiger oder seltener geworden sind, lässt sich mit den Blitzzahlen nicht eindeutig sagen, erklärt ALDIS-Experte Gerhard Diendorfer: „Wir sind zwar bereits im 26. Jahr der Blitzortung, das ist aber für eine statistisch signifikante klimatologische Auswertung noch immer nicht genug. Außerdem wurden die Messsysteme seit 1992 ständig verbessert und erweitert, dadurch lassen sich nicht alle Jahre einwandfrei miteinander vergleichen. Internationale Studien mit Klimamodellen gehen aber davon aus, dass bei einer weltweiten Temperaturerhöhung von ein Grad Celsius die Blitzhäufigkeit um fünf bis zehn Prozent steigt. Einfach gesagt: Wird die Atmosphäre wärmer, gibt es auch mehr Gewitter."

Immer noch ungeklärt: Wie wird ein Blitz ausgelöst?

Auch in der Blitzphysik gibt es immer noch zahlreiche offene Fragen. Zum Beispiel wird international intensiv geforscht, was in den Bruchteilen einer Sekunde passiert, wenn ein Blitz in der Wolke ausgelöst wird. Die gemessenen Feldstärken in der Wolke sind meistens zu gering und können nicht der Grund sein. Eine mögliche Erklärung ist, dass Elektronen der kosmischen Strahlung im elektrischen Feld der Gewitterwolke plötzlich extrem schnell und somit extrem energiereich werden, und damit die Blitzentladung auslösen.

Wenn Windkraftanlagen Blitze erzeugen

Ebenfalls weltweit intensiv erforscht werden derzeit sogenannte Aufwärtsblitze. Sie entstehen, wenn von der Erde eine sogenannte Fangentladung weit in Richtung Gewitterwolke wächst und einen Blitz regelrecht auslöst. Das betrifft unter anderem Windparks, sagt Blitzforscher Diendorfer: „Wir beobachten selbst bei schwach geladenen Wolken immer wieder Blitzeinschläge in Windräder. Da diese Aufwärtsblitze mit hohen elektrischen Ladungen verbunden sind, kann es zu empfindlichen Schäden kommen. Wir sind hier intensiv am Forschen, unter anderem an unserer Blitzforschungsstation am Sender Gaisberg bei Salzburg."

Freiluftlabor Gaisberg

Der Fernseh-Sendemast am Gaisberg bei Salzburg wird pro Jahr im Schnitt 50 bis 60 Mal vom Blitz getroffen, in manchen Jahren auch mehr als 100 Mal. Fast alle diese Blitze sind Aufwärtsblitze, wie bei den Windrädern. ALDIS hat den Masten und eine unmittelbar daneben aufgebaute Messplattform mit zahlreichen Sensoren und zeitweise mit einer Hochgeschwindigkeitskamera bestückt und analysiert alle Vorgänge rund um einen Blitzeinschlag auf millionstel Bruchteile von Sekunden genau. Weltweit gibt es rund fünf vergleichbare Forschungsstationen.

ALDIS: nationale und internationale Blitzkompetenz

Die Abkürzung ALDIS steht für Austrian Lightning Detection and Information System (Österreichisches Blitzortungs- und Informationssystem). ALDIS ist ein Gemeinschaftsprojekt vom Österreichischer Verband für Elektrotechnik (OVE) und der Austrian Power Grid AG (APG) und dient der Ortung und Dokumentation von Blitzen in Österreich und Umgebung.

ALDIS liefert exakte Blitzdaten an Wetterdienste, Energieversorgungsunternehmen, Versicherungen und Sachverständige und ist eine weltweit anerkannte Forschungsstelle für Blitze. Forschungsergebnisse werden laufend in renommierten Fachzeitschriften und bei internationalen Konferenzen präsentiert.

Info kompakt: Ein Blitz entsteht

  • Besteht ein sehr großer Temperaturunterschied zwischen bodennahen und höheren Luftschichten, können mächtige Gewitterwolken entstehen. Sie erreichen in Mitteleuropa Höhen von 12 Kilometer und mehr.

  • In Gewitterwolken toben mächtige Auf- und Abwinde, mit Geschwindigkeiten von rund 100 bis 150 km/h. Diese Winde schleudern Wassertropfen, Eiskristalle und Hagelkörner durch die Wolke. Dabei kommt es zu elektrostatischer Aufladung, ähnlich wie beim Reiben eines Luftballons an Stoff.

  • Im oberen Bereich der Gewitterwolke (ca. 8-12 km) sammeln sich bevorzugt positiv geladenen Teilchen, in den unteren Bereichen (ca. 3-6 km) bevorzugt negative Teilchen. Warum das so ist, ist immer noch nicht völlig geklärt.

  • Erreicht der Unterschied zwischen Plus- und Minus-Bereich eine bestimmte Größe, kommt es zu einem großen elektrischen Funken: dem Blitz. Je nach Ladungsausgleich handelt es sich um einen Wolke-Wolke- oder einen Wolke-Erde-Blitz.

  • Die sichtbare Blitzentladung (Flash) wird durch einen so genannten ersten Leitblitz vorbereitet (für das menschliche Auge nicht sichtbar). Bei fast allen Blitzen startet dieser Leitblitz in der Wolke und wächst ruckartig in Stufen von 50 bis 200 Meter in Richtung Erde vor. Erreicht der Leitblitz den Boden wird dieser entladen und der ganze vorbereitete Kanal leuchtet hell auf. Das ist der für uns sichtbare Blitz.

  • Im Kanal der ersten Entladung folgen dann oft mehrere weitere Entladungen, sogenannte Folgeblitze, im Abstand von wenigen tausendstel Sekunden. Bis zu 20 und mehr solcher Folgeblitze können innerhalb von einer Sekunde auftreten. Bei einer größeren Zahl dieser Folgeblitze können wir oft mit freiem Auge ein Flackern des Blitzes erkennen. Die Stromflussdauer einer einzelnen Entladung liegt bei wenigen 100 Millionstel Sekunden. Die Pause zwischen zwei Folgeblitzen beträgt zwischen einigen Millisekunden und einigen 100 Millisekunden.

  • Ein Blitz erreicht Stromstärken zwischen 2.000 Ampere (2 kA) und 300.000 Ampere (300 kA). Der Großteil der Blitze hat Stromstärken zwischen 10 und 30 kA (Kiloampere).

  • Der Strom im Blitzkanal heizt die Luft schlagartig auf rund 30.000 °C auf. Da heiße Luft mehr Raum benötigt als kühle Luft, entsteht ein extremer Überdruck. Bildlich gesprochen „zerreißt" die Hitze die Luft und verursacht einen Knall. Dieser Überdruck (Knall) breitet sich als Druckwelle in alle Richtungen rund um den Blitzkanal aus. Aufgrund der Schallgeschwindigkeit von 330 m/s dauert es mehrere Sekunden bis die Druckwelle bei einem Beobachter ankommt. Der Blitz ist früher zu sehen, da die Lichtgeschwindigkeit viel höher ist und somit schneller beim Beobachter ankommt. Das lang gezogene Donnergrollen entsteht durch das zeitlich verzögerte Eintreffen der Druckwelle von verschiedenen Teilen des Blitzkanals und durch Echoeffekte.

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Bilder

(bei Nennung der Quelle kostenlos nutzbar)

Dreifacher Blitztreffer in Wien: Innerhalb von sechs Sekunden lösen Milleniumtower, Donauturm und IZD-Tower einen Aufwärtsblitz aus. Quelle: ALDIS/Pichler.
Download volle Auflösung und weitere Blitzfotos auf www.aldis.at/presse/pressefotos

Video einer Hochgeschwindigskeitskamera am Gaisberg: Das Video zeigt, was in rund drei Zehntel eine Sekunde geschieht. Man erkennt, dass der Blitz aus mehreren Einzelentladungen besteht. Außerdem bewegt sich der Blitzkanal ganz leicht von links nach rechts, da er von dem damals starken Wind verschoben wurde. Quelle: ALDIS.
–>Link zum Video

Blitzunfälle in Österreich: Die Zahl der Verletzten und Toten durch Blitzschlag ist in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen. Quelle: ALDIS (basierend auf: Zentralstatistik elektrischer Unfälle des Bundesministeriums für Wissenschaft, Wirtschaft und Forschung und Eigenrecherche)
–>größere Auflösung

Österreich ist eines der blitzreichsten Länder Europas: Die Bundesländer Steiermark und Kärnten gehören gemeinsam mit Oberitalien und Slowenien zu den Regionen mit den meisten Blitzen in Europa. Dargestellt ist die sogenannte Blitzdichte, die durchschnittliche Zahl der Wolke-Erde-Blitze pro Quadratkilometer und Jahr. Quelle: ALDIS.
–>größere Auflösung
Aus der Veröffentlichung: Poelman, D. R., Schulz, W., Diendorfer, G., & Bernardi, M. (2015). The European lightning location system EUCLID-Part 2: Observations. Natural Hazards & Earth System Sciences Discussions, 3(9). –>Download Veröffentlichung

Dr. Gerhard Diendorfer leitet das Austrian Lightning Detection and Information System (ALDIS), Österreichs Kompetenzzentrum für die Ortung und Erforschung von Blitzen. Quelle ALDIS.
–>volle Auflösung

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Web-Links

ALDIS mobile: https://mobile.aldis.at

ALDIS Website: www.aldis.at

Österreichischer Verband für Elektrotechnik (OVE): www.ove.at

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Kontakte für Medien-Rückfragen

ALDIS Blitzortung

Gerhard Diendorfer (G.Diendorfer@ove.at) 01 370 58 06 211
Wolfgang Schulz (W.Schulz@ove.at) 01 370 58 06 212

OVE / Leitung Pressestelle

Jutta Ritsch (J.Ritsch@ove.at) 0316 873 7919

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Über ALDIS

Die Abkürzung ALDIS steht für Austrian Lightning Detection and Information System (Österreichisches Blitzortungs- und Informationssystem). ALDIS ist ein Gemeinschaftsprojekt von OVE (Österreichischer Verband für Elektrotechnik) und APG (Austrian Power Grid AG) .

ALDIS dient der Ortung und Dokumentation von Blitzen in Österreich und Umgebung und liefert exakte Blitzdaten an Wetterdienste, Energieversorgungsunternehmen, Versicherungen und Sachverständige.

ALDIS ist außerdem eine weltweit anerkannte Forschungsstelle für Blitze und betreibt ein Freiluftlabor am Gaisberg bei Salzburg. Forschungsergebnisse werden laufend in renommierten Fachzeitschriften und bei internationalen Konferenzen präsentiert.

 

Über den OVE

Der OVE Österreichischer Verband für Elektrotechnik repräsentiert alle Bereiche der Elektrotechnik und Informationstechnik und vertritt die Interessen seiner Mitglieder sowie der gesamten Branche auf nationaler und internationaler Ebene. Seine Kerngebiete sind die elektrotechnische Normung, die Zertifizierung, die Blitzortung und Blitzforschung sowie die fachliche Aus- und Weiterbildung.

Der OVE ist der offizielle österreichische Vertreter bei IEC und CENELEC, den internationalen und europäischen Normungsorganisationen für die Elektrotechnik, sowie bei ETSI, der europäischen Organisation für Telekommunikationsnormen.

Der OVE steht für die Förderung der Wissenschaft, die Vertretung des Berufsstandes des Elektrotechnikers und für die Sicherheit von elektrotechnischen Anwendungen. Die Aktivitäten seiner Fachgesellschaften dienen dem Erfahrungsaustausch, dem Aufbau von Expertennetzwerken und der Imagebildung.